Ich bin in Berlin
22.11.06 – 00:24Yeah, nun gehöre ich auch zu den vielen Menschen, die das Epstein-Barr-Virus in sich tragen und für immer tragen werden. Man könnte das auch als Pfeiffersches Drüsenfieber kennen. Akut sah es bei mir nun so aus:
Seit Johan in Lodz war plagte ihn eine Erkältung. Da halfen dann auch kein Obst, Tee und durchgetanzte Nächte, irgendwie war die Erkältung hartnäckiger als normal aber gut, man macht sich ja nicht so viele Gedanken. Der Hals wurde dicker und an einem Montag war es dann nicht mehr auszuhalten, stark geschwollener Hals, Schluckbeschwerden. Ein laienhafter Blick in den Spiegel offenbarte eine Angina und damit geht man am besten zum Arzt. Gesagt. Getan. Polnische Ärzte sind nett. Und machen auch Fehldiagnosen, denn “Da ist eine Angina, da brauchen wir Antibiotika”. [Schwenk in die Ich-Perspektive] Ich war eine Woche zu hause alleine in der Wohnung, habe fast weinend vor Essen gehockt und nicht geschafft viel zu verzehren weil mein Hals so verdammt scheisse weh tat. Schlucken wie Stacheldraht. Doch es wurde besser, ich hatte es durchstanden. Samstag war schon wieder alles einigermaßen, ich konnte wieder sprechen, atmen und mit mittelmäßigen Schmerzen schlucken. Sonntag bekam ich etwas Ausschlag. Montag wurde ich mit dickem roten Ausschlag in ein Krankenhaus in Lodz eingeliefert. Kreislauf am Ende, keine Kraft und alles richtig Scheisse. Ich war acht Tage in einem Zimmer mit Grzegorsz, einem netten Menschen der nur polnisch spricht, genauso wie die Ärzte und Schwestern. Das Essen war mangelhaft, die sanitären Einrichtungen gruslig aber die medizinische Versorgung richtig und die Herzenswärme der Leute spürbar. Ich erholte mich, war bald in der Lage ein bischen zu laufen und der Ausschlag ging zurück. Ich wurde jeden Tag von Leuten besucht und habe gelesen, geschrieben und gespielt. Ich war sehr froh, als ich am Dienstag entlassen wurde. Am Donnerstag fuhr ich nach Berlin zurück und übergab mich
in derin die Obhut meiner Familie. Mein Hausarzt klärte mich auf, dass man Pfeiffersches Drüsenfieber 1.) nicht mit Antibiotika und 2.) erst recht nicht mit DIESEM Antibiotika behandelt. Dadurch ist also alles noch schlimmer geworden (Allergische Reaktion). Nun bin ich krankgeschrieben und es ist nicht klar, wann ich vollständig genesen sein werde. Vielleicht fahre ich schon im Dezember nach Lodz zurück. Vielleicht erst nächstes Jahr.
Bewegende Geschichte, nicht? Tja und nun bin ich hier. Zu Hause da, wo ich eigentlich nicht vor hatte, so schnell wieder meine Füße zu setzen, denn der Abschied sollte ja bedeuten, dass ich in Lodz mein neues Leben begehe. Es ist ein merkwürdiges Gefühl wieder in meinem alten Zimmer zu sitzen, in dem sich eigentlich rein gar nichts geändert hat und es ist ein Zwiespalt zu merken, dass sich in der kurzen Zeit wo ich weg war so viel und doch gar nichts geändert hat. Die Welt dreht sich nun mal (in Berlin ja noch schneller als überall sonst) und doch ist alles so vertraut wie damals.
Ih verbringe die Tage in der Wohnung, da ich noch zu schwach bin, um viel draußen zu sein und Sachen zu machen. Dafür lade ich mir jeden Tag jemand anderes ein und habe somit dauernd besuch. Und alle sind so großartig und kommen wirklich vorbei. Danke dafür … es macht Spass jeden morgen mit jemand anderem zu Frühstücken (oder ein sonstiges Mahl einzunehmen).
Heute ging es dann das erste Mal wirklich vor die Tür. Resultat ist, dass mein Macbook endlich endlich ENDLICH wieder funktioniert. Es war verdammt anstrengend aber der Weg zum Gravis-Store hat sich dann doch gelohnt, denn man reparierte fachkundig.
Positiv ist auch, dass ich nun genug Zeit habe einen fundierten Bericht über die zwei einhalb ersten Monate meines Freiwilligendienstes mit ASF zu schreiben. Es bleibt spannend und sowieso wird alles besser … bis dann …

3 Responses to “Ich bin in Berlin”
Nun denn, gute Besserung, Herr Nerd!
By Christian on Nov 22, 2006
oh, man, awesome
Besonders when Camerimage is comming, and “movie school guy” um die Ecke. Morgen spielt Scianka( Waendchen?) aber du kannst nicht da sein. Beinnale Party war auch ganz gut…jeah, sei neidisch.
you are great story teller.
Well, I should write somithg like “ooo,we miss you” but…well,we don”t
szybkiego powrotu do zdrowia.
Ka?.
By kasia on Nov 22, 2006