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Musikkonsum und dessen Veränderung

17.02.07 – 02:13

Es ist ja kein Geheimniss, dass sich die Musikindustrie und somit die Art, wie Musiker musizieren und Konsumenten Musik konsumieren, ziemlich stark im Umbruch ist. Ich merke das von beiden Seiten, Konsumenten und Erzeugern. Hier will ich nun gar nicht auf alle Aspekte dieses Themas eingehen, sondern nur mal mein Konsumentendasein beleuchten.

Ich besitze einen Computer, einen MP3-Player und einen Hifi-CD-Player. Ausserdem gibt es noch ein tragbares Küchenradio, welches auch Verwendung im Bad findet.

Wenn ich jetzt überlege, wie so die Zeiteinteilung zwischen diesen Abspielgeräten ist, würde ich sagen, dass ich 40 % mit dem MP3-Player,
40 % am Computer, 8 % mit dem Küchending und 2 % mit meinem Hi-Fi-Player verbringe. (Konzerte fallen hier mal aus der Wertung, denn das ist ein anderer Stiefel).

Ich höre sehr viel Musik. Ich würde so auf 2-6 Stunden am Tag tippen, die Musik läuft. Leider werde ich von Musik relativ schnell gelangweilt und bin deswegen immer auf der Suche nach neuem Zeug. Ich besitze eine große MP3-Sammlung und eine stetig wachsendes CD-Regal. Ausserdem habe ich YouTube, GoogleVideo, Hype-Machine und MP3-Blogs sehr lieb gewonnen. Motor-Radio ist auch gut.

Wenn ich über das Musikhören nachdenke, merke ich, dass ich generell zwischen zwei Musikhörarten unterscheide.

Ich höre bewusst Musik, wenn ich:

  • entspannen oder einschlafen will
  • ich unterwegs bin und es grade nichts Interessanteres / Wichtigeres gibt

Hintergrundmusik dagegen läuft, wenn ich:

  • esse, schreibe, rede, lese, unterwegs bin, aufräume, arbeite, überhaupt sehr oft

Ich habe nun das dringende Gefühl, dass die Musik, dadurch, dass sie für mich in enormer Quantität, annehmbar guter Qualität und quasi überall verfügbar ist, eine unglaubliche Abwertung erhält. Ich meine jetzt generell die Wertschätzung für das Medium Musik aber auch speziell für das einzelne Musikstück an sich. Man hört nicht mehr genau hin und aus der unendlichen Auswahl kennt man so viel aber doch so wenig ganz genau. Die Zeiten, wo man ein Album komplett mitsingen und alle Stellen auswendig kann, sind bei mir (leider oder zum Glück?) vorbei.

Ich würde selber sagen das ich Musikliebhaber bin und deswegen möchte ich für mich die Musik wieder neu begreifen. Eine Möglichkeit wäre, meinen Konsum einfach einzuschränken. Leider hätte ich dann aber immer im Hinterkopf, dass ich die Möglichkeiten, die mir offen stehen nicht nutze und deswegen selber schuld bin, wenn mir DIE grandiose Musik meines Lebens entgeht. Bei der ganzen Musik, die ich höre, fallen mir immer wieder die Perlen auf, großartige Musik, wegen der es sich lohnt weiter das Musikgeschehen zu verfolgen und zu suchen.

Ich muss aber auch zugeben, dass ich mir trotzdem nicht immer die CDs kaufe, auch wenn es die verdammte Supermusik ist. Mein Kaufverhalten ist nicht deckungsgleich mit meiner Meinung der aktuell besten Alben. Leider.

Der Nutzen für mich, sich ein Album zu kaufen, hält sich einfach in Grenzen. Die Verfügbarkeit aus viel zu vielen anderen Quellen ist schlicht enorm. Wenn ich eine CD kaufe, dann benutze ich sie höchstens in den 10 % der Zeit, in denen ich keine MP3s höre. Und in den Momenten muss sich eine CD gegen eine schwere Konkurenz von grandiosen anderen CDs durchsetzen.

Ich habe mir also Gedanken gemacht und bin zu einem Schluss gekommen. Ich gebe der Musik die Wertschätzung auf zwei Arten wieder. Erstens werde ich viel selektiver, in dem, was ich als MP3 habe. Ich höre doch kein Metallica mehr und absolut alle Ärzte-Alben brauch ich auch nicht mehr. Die CDs habe ich noch und wenn nicht, so lässt sich ja doch alles in kurzer Zeit auftreiben. Es fällt mir schwer, mich zu trennen, aber so macht man nunmal Platz für neue Sachen.

Als zZweites werde ich mir einen Plattenspieler kaufen. Das predigt und praktiziert Sebastian ja schon seit langem so, Andi machts auch und ich liebäugel schon eine Weile damit. Der Plan ist, dass ich mir auf Vinyl die Sachen kaufe, die sich als wirklich verdammt gut, als Bedeutend und Wichtig für mich herausgestellt haben. Ich kaufe nicht zum Musik entdecken, sondern zum Musik genießen. Leider wird es dabei ein paar böse Rückschläge geben, weil bestimmte wichtige Platten einfach nicht (für einen realistischen Preis) aufzutreiben sind. Aber genau das ist ja auch das Hobby, genau die Platte zu finden, die man schon seit Jahren gesucht hat. Auch weiss ich noch nicht, ob die (angeblich) höhere Audioqualität von Schallplatten den ganzen Spass überhaupt rechtfertigt, aber das ist wahrscheinlich auch mehr Glaubensfrage denn Faktum.

Der Wert soll dadurch zurückkommen, dass ich mich hinsetze, die Platte auflege und zuhöre. Ich weiss nicht, ob das so funktioniert, wie ich mir das vorstelle, aber wenn nicht, dann habe ich wenigstens den Coolnessfactor eines Plattenspielers auf meiner Seite.

Und für den normalen Musikgenuss / Hintergrundbeschallung bleiben mir immernoch bei hohen Bitraten kodierte MP3s. Nun muss ich nur noch warten, bis der richtige Zeitpunkt für einen Plattenspieler gekommen ist …

  1. One Response to “Musikkonsum und dessen Veränderung”

  2. du kennst die alben aufjedenfall wieder in und auswendig!! platten sind was ganz feines aber: es ist auch (einbißchen) nervig ständig umzudrehen oder immer die richtige rpm-geschwindigkeit auszuwählen. z.b. legst du n album auf mit 33 1/3 rpm und direkt danach ne single auf 45rpm. start die spieler und gehst kurz ausm raum. dann wird das teil viel zulangsam abgespielt und du musst das erst umstellen und wieder von vorne anfangen. das ist keine große sache aber manchmal eben nervig.
    im großen und ganzen bin ich aber sehr zufrieden mit vinyl. ich ziehe mir auch grundsätzlich keine platten auf den rechner einfach weil ich die dann nur übern pod hören würde und nicht mehr zuhause.
    das nenn ich mal n kommentar ^^

    By Andi on Feb 18, 2007

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