Mugison smashed my Guitar
12.10.08 – 17:47Am Donnerstag haben wir beim Mikrokultur-Indie-Booking-Geburtstagskonzert-Und-Island-Und-Popkomm-Abend im Admiralspalast gespielt. Mehr oder weniger. Wie es sich für eine ordentliche unbekannte Band gehört durften wir den Pausenfüller zwischen den “richtigen” Bands geben und standen so im Foyer, um dort die nicht übermäßig erschienenen Massen zu belustigen.
Also haben wir unsere zu kleinen Verstärker aufgebaut, übereinander gestapelt, den Gesang über den Leadkanal laufen gelassen und uns doch noch irgendwie auf den Abend gefreut. Vor dem eigentlichen Programm gab es dann von und für eine Delegation aus Island anlässlich der Popkomm eine kleine Ansprache, bei der unter Anderem der Botschafter aus Island betonte, wie wichtig es doch sei, dass wenn man schon kein Geld habe wenigstens das mit der Musik gut funktioniert.
Danach folgte ein Showcase isländischer Bands, dass von Mugison begonnen wurde. Dieser legte im Duo einen fulminanten Start hin. So viel Energie und Intensität in so kurzer Zeit. Als letztes Lied spielten sie “Jesus Is Such A Good Name To Moan”. Das Publikum sollte animiert werden, “Call and Response”-mäßig “Jesus” zu stöhnen. Hat nicht ganz so geklappt, aber Herr Mugison hatte seinen Spass, begann rumzulaufen und den Menschen “Jesus” ins Angesicht zu pusten. Das Lied steuerte dem Ende und Höhepunkt entgegen, Mugison, in voller Ekstase, springt zur Seite, greift den letzten Akkord, schreit “Jesus”, zieht durch, dreht sich, bemerkt das zu kurze Gitarrenkabel nicht, reisst den kleinen 15-Watt-Johnson-Verstärker vom Ampturm. Dieser kracht in meine Gitarre. Decke kaputt. Ich beginne fast mit weinen.
Meine Aufgelöstheit löst sich nicht schnell, ich war total fertig, nach dem ganzen Stress ist das quasi der Gipfel der letzten Wochen. Irgendjemand wird die Reparatur bezahlen wurde mir gesagt, Mugison schenkte mir eine CD und meinte, dass die Reparatur kein Problem sei, seine Akustik sei schon dreimal kaputtgegangen, das letzte Mal dieses Jahr auf Roskilde. “See it this way. Gives the guitar history.”
Wir spielten dann doch noch irgendwann ein bischen, nachdem wir uns eine Gitarre von Borko geliehen hatten. Ich habe nichts hinbekommen, da waren die Nerven am Ende.
Ansonsten war der Abend auch geprägt von Schlimmigkeiten. Musikalisch waren Ter Haar die einzigen Guten, Klez.e haben mich sehr stark enttäuscht. Könnte aber auch am Sound gelegen haben. Der war nämlich scheusslich.
Nachtrag: Eigentlich wäre das ja ein super YouTube-Moment gewesen. Oft verfluche ich Kameras, grade hier war keine da. Eine Impression gibt vielleicht diese Video, wo Mugison aber leider überhaupt nicht in Fahrt kommt und nichts kaputt macht

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